Julians Allerlei,  Monatliche Missionsakte

Die monatliche Missionsakte Nov.2025

Im November war wieder einiges los. So stand direkt am ersten Novemberwochenende ein kleineres Brettspielevent an, bei dem ich neben John Company auch Congress of Vienna spielen sollte…

Kaum davon erholt, startete kurz darauf auch schon das zweite Brettspielwochenende, bei dem ich sowohl die Arcs Kampagne, als auch eine weitere Partie John Company, 1899 Daihan und Pax Renaissance spielen konnte. Zum Abschluss war außerdem noch eine Partie Uprising – Curse of the last Emporer drin.

Die beiden Dauerbrenner Vantage und Molly House kamen auch wieder mehrfach auf den Tisch und dann gab es da noch die zehnte Partie Twilight Imperium…

Aber langsam und halbwegs chronologisch:

 

Congress of Vienna

Eine überaus beeindruckende Spielerfahrung sollte Congress of Vienna werden. Wir hatten uns dazu entschieden, das komplette Szenario über 10 Züge zu probieren, was eine sehr gute Entscheidung und Erfahrung war. Congress of Vienna gehört zur Great Statesmen Series von GMT Games, zu der unter anderem auch Churchill und Versailles 1919 gehören. Diese Spiele sind keine „Wargames“ sondern legen den Fokus zu einem sehr großen Teil auf die Verhandlung verschiedener Debatten/Entscheidungen am Verhandlungstisch. Wie der Name schon verrät, geht es in diesem Fall ums den Wiener Kongress, bei dem im Grunde verhandelt wurde, wie mit Napoleon umgegangen wird und letztlich auch wie Europa nach Napoleon aussehen soll. Napoleon bzw. Frankreich ist in diesem Fall auch eine der vier spielbaren Fraktionen und spielt im Grunde allein gegen die anderen drei am Tisch.

Wie schon gesagt ist der Kern des Spiels eine Art Tauziehen am Verhandlungstisch, bei dem wir unsere Karten ausspielen können, um unterschiedliche Themen in Form von Countern auf unsere Seite des Tisches zu ziehen. Bleiben diese Themen in unserem Bereich liegen, gewinnen wir die Diskussion darum und können die jeweiligen Auswirkungen für uns nutzen.

Der zweite Part des Spiels ist dann das Ausführen der einzelnen Themengebiete, zum Beispiel auch das rekrutieren neuer Truppen, Kampfaktionen oder ähnliches. Hier kommen dann unsere übrig gebliebenen Handkarten ins Spiel, mit denen wir den Kampfausgang beeinflussen können. Dadurch ist es immer ein Abwägen, welche Karten wir für die Debatten am Tisch spielen und welche wir für die Kämpfe aufsparen.

Im vollen Szenario wird auch deutlich, wie übermächtig Napoleon zu Beginn ist und das man sich verbünden muss und auch ein Hinzuziehen von Österreich notwendig ist, um besser von mehreren Fronten aus Druck zu machen. Dazu müssen sich aber oft die Spieler einig sein und bewusst durch die Verhandlungen auf verschiedene Schlüsselevents hinarbeiten.

Wir konnten das Spiel nicht ganz beenden und haben nach ca. 11h bei Runde 8/10 aufgehört. Dennoch war es eine richtig tolle und besondere Erfahrung, die ich gerne noch einmal haben möchte. Zu keinem Zeitpunkt war es langweilig, es war faszinierend zu sehen, wie die Mechaniken (auch thematisch) ineinandergreifen und zum historischen Hintergrund passen. Die Gruppe war hierzu auch super.

Ich kenne bislang die anderen Teile der GMT Serie nicht, bin nun aber sehr gespannt auf Churchill, was sich bereits in meinem Besitz befindet. Ich hoffe, hierzu kann ich zeitnah berichten.

„The aim of the game is to become the leading European power at the end of the Napoleonic Wars by employing a wise combination of negotiation and resources. Bludgeon-like tactics are doomed to fail; whereas deliberation and elegant finesse among ambassadors are key characteristics for successful CoV play. Nevertheless, armies and generals will be ready to do their duty and carry out military operations which culminate in dramatic battles across Europe and America. This is a fight for the soul of a continent. Will the Europe the players create entrench the rule of autocracy or shall the spirit of liberalism prevail?“ – GMT Games

 

 

 

Arcs Blighted Reach Kampagne

Am darauffolgenden Wochenende stand dann der nächste „Banger“ an. Meine Erstpartie der Arcs Kampagne.

Ich mag das Grundspiel ja auch schon sehr, nach der Erfahrung der Kampagne muss ich aber auch sagen, dass das Grundspiel vielleicht 20% der Kampagne sind und die Kampagne um ein vielfaches interessanter ist. Daher weiß ich nicht, ob ich das Grundspiel noch spielen würde, wenn es nicht eine Partie ist, um es anderen Leuten zu zeigen.

Die Kampagne geht über insgesamt 9 Chapter, die auch komplett gespielt werden, es sei denn es erreicht jemand seine „Instant Sieg- Bedingung“ … die aber nicht jeder hat.

In der Kampagne wählt jeder pro Partie ein Fate aus. Also sein „Schicksal“. Das können komplett unterschiedliche Sachen sein, wodurch das Spiel wirklich komplett asymmetrisch wird. Für sein Schicksal muss man gewisse Dinge erfüllen um damit dann in der nächsten Partie weitermachen zu können. Andernfalls muss man ein neues Schicksal wählen.
Ich war z.B. in der ersten Runde der „Believer“, der den Court manipuliert hat und die Leute bekehren wollte. Spielmechanisch war es mein Ziel deutlich stärkere Aktionskarten ins Deck zu bekommen… was für mich den Vorteil hatte, dass ich damit in der Regel einen Zug pro Chapter mehr hatte und damit am Ende des Chapters ohne Beeinflussung der anderen noch einmal agieren konnte.
Geschafft habe ich es nicht, weshalb ich dann in der zweiten Partie zu einem Fate gewechselt bin, wo ich ein verstecktes Portal finden musste. In etwa vergleichbar mit Star Wars Rebellion oder der Suche nach Planet X. Ein Gegenspieler musste dafür sich einen Planeten aufschreiben und ich musste nach und nach alle Systeme abgrasen und abfragen, ob sich hier mein Portal befinden könnte. Eine Art Minispiel in Arcs!
Dafür hatte ich allerdings ein Flaggschiff, wodurch alle Gebäude auf dem Spielplan abgerissen und durch Gebäude auf dem Flaggschiff ersetzt wurden. Ähnlich ging es auch zwei der anderen drei Spieler.
Ein anderer Mitspieler hat in Partie 2 einen gigantischen Hammer gebaut, mit dem er dann in der dritten Partie Planeten zerstören konnte…

Zum Ende der zweiten Partie hatte ich dann das Portal entdeckt, mein Fate war also geschafft. Punktemäßig war ich zweiter, allerdings da schon mit 30 Punkten Abstand zum führenden…
In Partie 3 konnte ich dann mein Fate behalten, allerdings war das eben entdeckte Portal zu einer Pilgerstädte geworden und meine Hauptaufgabe war es jetzt das Portal vor den anderen zu verteidigen und die Pilger sicher dorthin zu geleiten…. Während der andere Mitspieler mit seinem Flaggschiff umherflog und mit dem Hammer weiterhin Planeten zerstört hat.

Die Partie endete letztlich mit einem Punktestand von 150-95-39-2, reine Spielzeit waren ca 8h. Der Mitspieler mit den 2 Siegpunkten am Ende hätte beinahe über seine Instant-Win Bedingung gewonnen. Es war also schon knapper, als es punktemäßig aussieht.

Die Kampagne ist einfach völlig verrückt, gefühlt hat jeder irgendwelche OP Fähigkeiten und nach der ersten Kampagne jetzt hab ich auch noch lange nicht alle Möglichkeiten genutzt oder erkannt, wie ich den anderen bewusst reingrätschen kann.

Langweilig war es zu keinem Zeitpunkt, es war die richtige entspannte Gruppe dafür und wir hatten alle sehr viel Spaß. Jederzeit wieder.

 

 

Pax Renaissance

Pax Renaissance – nach Pax Pamir das zweite Pax was ich spielen konnte…und wohl Phil Eklund Meisterstück..wobei ich High Frontier auch nicht missen möchte.

Während man für Pax Pamir immer mal wieder Leute findet, wird es bei Pax Renaissance schon schwieriger. Thematisch befinden wir uns irgendwo im 15-16. Jahrhundert in Europa. Ähnlich wie bei Pax Pamir dienen wir eher als übergeordnete Geldgeber/Berater und beeinflussen die drei Fraktionen auf dem Spielbrett. In dem Fall geht es um den Konflikt der drei großen Religionen zu der Zeit, den Katholiken, Protestanten und Muslimen. Über verschiedene Arten von Aufständen in den einzelnen Ländern können wir die Kräfteverhältnisse versuchen zu unseren Gunsten zu verschieben, um dann im richtigen Moment eine der vier Siegbedingungen freizuschalten. Mit einer Komplexität von 4,61 bei BGG auf jeden Fall ein Schwergewicht, trotz meist recht kurzer Spielzeit von eigentlich maximal 2-3h.

Mechanisch ist Pax Renaissance für mich eines der besten Spiele die ich je gespielt habe. Es entsteht immer jede Menge Interaktion zwischen den Spielern, man versucht sich gegenseitig in die Pfanne zu hauen und es ist im Normalfall immer bis zum Schluss spannend. Dennoch mit Sicherheit nichts für jedermann und auch nicht die erste Wahl, wenn es um das beste Einsteiger-Pax geht.

 

 

Uprising Curse of the last Emporer

Uprising hatte ich damals in der ersten Crowdfunding Kampagne unterstützt. Wir hatten es dann mehrfach gespielt, oft verloren und dann irgendwann verkauft, weil es bei uns nicht auf den Tisch kam. Nach und nach habe ich dann aber doch gemerkt, was das eigentlich für uns für ein tolles Spiel war und ist und seitdem es jetzt ein Freund gekauft hat, spiele ich es hier wieder regelmäßig und inzwischen auch bevorzugt auf den höheren Schwierigkeitsgraden. Wir spielen kooperativ mit jeweils einer Fraktion in einer Welt, die sich zwischen der Legion und dem Imperium auflöst. Von außen versuchen die Legionen einzudringen, während das Imperium von innen versucht die Macht zu halten…. und wir als Spieler dazwischen, deren Ziel es ist, das am Ende jeder einzelne Spieler mehr Siegpunkte als das Imperium und die Legion hat. Hierfür gibt es mehrere Optionen, wir können questen, Zufluchten bauen und Siegpunkte durch den Kampf erlangen. Das Spiel hat eine steile Lernkurve, zu Beginn denkt man oft man müsste sich erstmal klassisch aufbauen. Wenn man dann aber begriffen hat, das eine übrig gebliebene Truppe am Ende der Runde davon zeugt, dass man nicht genug gekämpft hat, lernt man doch schnell dazu und fängt an die Partien zu gewinnen. Was mir besonders gut gefällt ist neben der wirklich herausragenden Materialqualität das Würfelsystem. Darüber kommt immer noch genug Zufall ins Spiel und dadurch bleibt es immer spannend und es macht Spaß sich im Vorfeld zu besprechen, welche Würfelkombinationen für welche Spielaktionen wohl am sinnvollsten sind.

 

 

Planet Apocalypse

Zu Planet Apocalypse braucht man eigentlich nicht viel sagen. Im Bereich der kooperativen Spiele meine Nummer 1. Hat man mehr als das Grundspiel, bietet es genügend Abwechslung auf allen Schwierigkeitsstufen und endet im Grunde im Kampf gegen den großen Cthulhu. Dieses Jahr kam es relativ wenig auf den Tisch, aber im November war es wieder so weit. Das System ist sehr modular, es ist eine Art Boss Bastler inklusive einer Tower Defense Mechanik. Zu Spielbeginn wählen wir eine Map, einen Endgegner sowie drei Fourth Circle Dämonen, die uns das Leben buchstäblich zur Hölle machen wollen. Unsere Charaktere haben alle einzigartige Fähigkeiten, die über verschiedene „Gifts“ aus dem Shop noch ergänzt werden können. Gekämpft wird auch hier über Würfel, wobei jeder Held im Laufe des Spiels seine Würfel upgraden kann.

Über verschiedene andere Mechaniken entsteht so ein hochkooperatives Spiel, bei dem viele Absprachen notwendig sind, weil wir sonst schnell das Zeitliche segnen werden. Der erste Teil des Spiels ist dann die Tower Defense, bei der wir die Monster davon abhalten müssen, aus der Map zu laufen. Darüber erfolgt dann auch im wesentlichen das Leveln der Charaktere, ehe wir uns entscheiden die Hell Time zu starten und damit den Kampf gegen den Boss zu beginnen.

In der Partie im November hatten wir uns für den Mond als Map und den großen Cthulhu als Gegner entschieden. Die Map war auch lösbar, jedoch hat uns Cthulhu dann doch ordentlich aus den Socken gehauen und wir damit verloren. Jeder Boss nutzt hier andere Mechaniken, wodurch sich allein dadurch schon regelmäßig ein komplett anderes Spiel ergibt.

Ameritrash auf die 1! Planet ist eine Wucht!

Außerdem noch im November gespielt (u.A): Twilight Imperium, Vantage, Xia, Molly House, 1899 Daihan, Here I Stand, Gleichgewicht des Schreckens, Molly House, u.v.m.

Der nächste Beitrag wird ein Rückblick auf das Spielejahr 2025.

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