Allgemeines,  Julians Allerlei,  Monatliche Missionsakte

Mein Spielejahr 2025

2025 ist vorbei, top motiviert starte ich ins Jahr 2026. Spielerisch setze ich mir immer als Ziel 60h pro Monat zu spielen, was zeitweise ambitioniert ist, doch aber meistens klappt. Durch unseren Verein haben sich inzwischen so viele Kontakte ergeben, dass es an Angeboten nicht mangelt.

Im folgenden möchte ich einmal zusammenfassen, was meine Gedanken zum vergangenen Jahr sind und nicht nur erzählen, was meine Top-Titel waren.

Der Sog von Neuem – 1000 Spiele in 1000h

Was mich aktuell und eben in 2025 mehr als zuvor beschäftigt ist der Konsum und die Schnelllebigkeit der Brettspielszene an sich. Das mag auch daran liegen, dass ich inzwischen nicht mehr ganz taufrisch im Hobby bin und auch nicht mehr jedem Trend nachlaufe. Anfangs hat man die BGG-Listen durchforstet und alles mögliche ausprobiert. Dazu kam der Hype über alle möglichen Social Media Plattformen und zack – hatte man wieder ein One-Hit-Wonder bestellt. Auch das Verhalten bei der Spiel in Essen trägt dazu bei – man ist immer auf der Suche nach dem neusten Spiel, das in der heimischen Spielrunde einschlägt wie der Meteoroid, der zum Ende der Dinosaurier geführt hat. Zeitgleich verstauben viele ältere Spiele in den heimischen Regalen oder werden bei Rabattschlachten an den Discountständen der Messe verramscht. Autoren freuen sich schon, wenn ihre Spiele ein zweites Mal gespielt werden…

Es ist toll das die Szene zuletzt so stark gewachsen ist und das sich so viele Leute für eine gemeinsame schöne Zeit am Brettspieltisch zusammenfinden.

Ich habe in 2025 etwas die Lust verloren, auf den Neuheitenzug aufzuspringen und möchte einfach wieder bewusster Spiele häufiger spielen, die dann am Ende wirklich gut sind und über einen langen Zeitraum begeistern können. Ein gutes Beispiel ist hier für mich immer Arkham Horror 2nd Edition. In 2005 veröffentlicht, kommt es bei uns immer noch regelmäßig auf den Tisch. Es hat, wie für FFG typisch, eine gewisse „Fiddeligkeit“, funktioniert trotz des Alters aber immer noch herausragend gut. Warum sollte man hier ein vergleichbares neues Spiel auspacken, was schnell ausgespielt ist ?

Geschmacksfestigkeit

Nach dem vierten Jahr im Hobby, stellt sich so langsam ein fester Geschmack ein. Für Ameritrash und Spiele, die in irgendeiner Weise eine Art historische Simulation sind oder ein wissenschaftliches Thema behandeln, kriegt man mich nach wie vor immer. Euros und Partyspiele werden auch zukünftig sehr wahrscheinlich nicht meine bevorzugte Kategorie werden. Ein paar Ausnahmen gibt es natürlich abseits dessen. Bei Naturthemen oder schönen Holzmeeplen kann ich auch mal schwach werden und für Social Deduction bin ich auch meist zu haben. Leider sind auch die genannten Kategorien umfangreich genug, das man diese Geschmacksfestigung nur bedingt im Geldbeutel spürt, in Kombination mit dem zuvor beschriebenen Thema der Schnelllebigkeit in der Szene, möchte ich das aber in 2026 noch bewusster angehen.

Brettkamerad privat – der Verein

Vor 2,5 Jahren haben wir inmitten der Provinz einen Brettspielverein gegründet. Inzwischen sind wir unfassbare ~250 Mitglieder und zu den Vereinstreffen sind normalerweise immer um die 80 Mitglieder anwesend. In 2025 sind wir natürlich gewachsen und konnten hier einige coole Events veranstalten. Allgemein ist es hier einfach ein sehr großer Luxus, so für jeden Geschmack sehr schnell Spieler zu finden und Events wie Turniere, Themenabende oder Brettspielwochenenden, natürlich mit erheblichem Aufwand, veranstalten zu können. Im Zuge dessen habe ich in 2025 auch eine Gruppe gefunden, mit der in regelmäßigen Runden COINs gespielt werden, was mich sehr gefreut hat. Das Vereinsleben ist zwar oft auch stressig, dennoch super schön und es freut mich zu sehen, wie viele Menschen aus der Region hier eine schöne Zeit erleben können. Das soll natürlich auch in 2026 so weitergehen.

Zu den Spielen

Gespielt wurde auch 2025 wieder viel. Besonders gefreut habe ich mich über die regelmäßige COIN-Runde, wodurch ich endlich mal mehrere COINs teils mehrfach spielen konnte. Rein vom Spielprinzip bzw. der Mechanik gehört diese Serie zu meinen Favoriten. Also, als Stellvertreter dieser Serie, wäre Fire in the Lake mein erstes Highlight. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, das mir Molly House ebenfalls entsprechend gut gefallen hat. Uprising Curse of the Last Emporer wusste auch wieder zu begeistern, ebenso wie die Dauerbrenner Townsfolk Tussle oder Arkham Horror 2nd Edition.

Eine Renaissance konnte Blood Bowl Team Manager feiern, was mit der Legendary Edition viele neue Teams dazu bekommen hat und seither wieder übermäßig oft den Weg auf den Tisch findet.

Beeindruckend war auch Congress of Vienna im Vollszenario. Ein tolles Erlebnis. Insgesamt ein super Spielejahr mit vielen genialen Partien und tollen Menschen.

Zum Ende des Jahres konnten wir nochmal ein paar Krimispiele spielen. Hier gefallen uns seit Jahren die Fälle von Magnificum mit Abstand am besten. Hier entsteht deutlich mehr Spieltiefe als bei der Konkurrenz. Vielleicht gibt es dazu nochmal einen gesonderten Blogbeitrag. Weitere sehr positiv aufgenommene Artvertreter sind für uns Detective und Sherlock Holmes – Beratender Detektiv

Absolute Lowlights waren Four Horsemen, Drei Kolosse…und auch Arche Nova fand ich nach der Zweitpartie in 2025 auch nicht besser als vorher. Sowohl Four Horsemen als auch die drei Kolosse hat uns nicht überzeugt und war teils deutlich langweiliger als den bisherigen Reviews zu entnehmen war.

Daraus abzulesen ist auch, das ich wohl nach wie vor Cole Wehrle Fan bin… auch in 2025 würde ich wieder für mich behaupten, dass mir seine Spiele fast schon ausreichen würden (wenn man regelmäßig Mitspieler findet), um eine sehr lange Zeit sehr viel Freude damit zu haben. Im Kern sind die Spiele natürlich ähnlich und haben gewisse Charakterzüge, aber insgesamt dann doch jeweils so unterschiedlich, das einem so schnell nicht langweilig werden wird.

Ausblick auf 2026

Vorgenommen habe ich mir wieder 720h spielen. Ich möchte dabei deutlich weniger neues kaufen und mehr das spielen, was ich schon habe und schätze. Besonders freue ich mich auf die bereits geplanten Brettspielwochenenden mit vielen Bekannten&Freunden und natürlich auch wieder auf die Messe. Ich würde mir wünschen, dass die Brettspielbubble an sich etwas Schwung rausnimmt, Rezensionen nicht nach 1x spielen gedreht werden und Spiele als Produkt mehr wertgeschätzt werden. Ich starte daher positiv ins neue Jahr und freue mich auf das was kommt. Mit dem Mix aus Konfliktspielen und Ameritrash soll es auch so weitergehen und ich erhoffe mir auch für den Blog hier eine gewisse Regelmäßigkeit an guten Beiträgen.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert